Die Bürgerinitiative (BI) „Rettet den Entenpfuhl“ war zu Gast bei der jüngsten Versammlung des Nabu Schwetzingen und Umgebung, zu dem auch Ketsch gehört. Frank Nürnberg gab zu Beginn einen Rückblick auf die vergangenen elf Jahre – von der Ausweisung des Entenpfuhls als Vorranggebiet für den Rohstoffabbau im einheitlichen Regionalplan bis zu den aktuellen Entwicklungen.
Die BI, vertreten durch ihre Vorstände Heinz Eppel und Manuela Stübe, erläuterte dabei ihre wesentlichen Bedenken. Nach ihren Angaben sollen im Süden von Ketsch 42 Hektar Wald für Kiesabbau und ein geplantes Betonwerk weichen. Der Entenpfuhl wurde auf Betreiben des Zweckverbands Wasserversorgung Kurpfalz im März 2022 als Wasserschutzzone IIIA ausgewiesen.
Das dort geförderte Wasser ist von großer Bedeutung: Rund zwei Drittel der etwa acht Millionen Kubikmeter Jahresfördermenge gehen an Heidelberg und Mannheim, weitere vier Millionen Kubikmeter an Schwetzingen sowie die umliegenden Gemeinden Ketsch, Plankstadt und Oftersheim.
Angesichts der fortschreitenden Klimaveränderungen, so betonte die BI, müsse der Schutz des Trinkwassers höchste Priorität haben. Durch die geplante Schaffung eines 35 Hektar großen Baggersees entfielen sowohl die Filterfunktion des Waldbodens als auch der natürliche Schutz vor Schadstoffen. „Waldschutz ist Klima- und Trinkwasserschutz“, fasste Eppel die Haltung der Initiative zusammen – eine Einschätzung, der sich auch die Nabu-Mitglieder anschlossen.
Darüber hinaus sei der Entenpfuhl ein wichtiger Erholungsraum für die Bevölkerung. Wie Eppel berichtete, biete der schattige Wald bei sommerlichen Temperaturen von 40 Grad in der Umgebung einen deutlichen Temperaturunterschied – im Entenpfuhl sei es oft bis zu 20 Grad kühler als auf versiegelten Flächen im Ortskern.
Beim Thema Windenergie gingen die Meinungen auseinander. Laut einem Windatlas sind Flächen im und am Entenpfuhl als potenzielle Standorte ausgewiesen, eine konkrete Planung existiere jedoch noch nicht. Die Bürgerinitiative wolle sich daher derzeit nicht festlegen. Der Nabu Schwetzingen und Umgebung befürwortete hingegen die mögliche Installation von drei bis fünf Windrädern als klimaneutrale Energiequelle. Die dafür notwendigen Eingriffe könnten zugleich zur ökologischen Aufwertung der Kiefernstangenwälder beitragen und Flora wie Fauna langfristig stärken.
Bericht aus der Schwetzinger Zeitung vom 13.10.2025 erstellt von Frank Nürnberg, Nabu Schwetzingen