Widerstand verzögert Kiesabbau

Gemeinsam gegen den Kiesabbau im Entenpfuhl: Mitglieder der BI und des Ketscher Umweltstammtischs im Schatten der Bäume, die für den Sand- und Kiesabbau fallen könnten.Bild: Benjamin Jungbluth

Ketsch: Während die BI „Rettet den Entenpfuhl“ und der Umweltstammtisch neue Gegenargumente präsentieren, zieht sich das Genehmigungsverfahren in die Länge.

Mitunter sind es die eher kleinen Nadelstiche, mit denen die BI „Rettet den Entenpfuhl“ versucht, den von der Firma Krieger geplanten Kiesabbau im Südosten von Ketsch zu verhindern. Wobei „klein“ im neuesten Fall relativ ist: Der Große Eichenbock – auch Heldbock genannt – zählt mit einer Länge von bis zu 5,5 Zentimetern zu den größten Käfern Europas. Typisch Macho, entwickeln die Männchen sogar Fühler, die das Doppelte ihrer eigenen Körperlänge erreichen können. Als Lebensraum bevorzugen die Insekten naturnahe Wälder, um in absterbenden Bäumen zu siedeln. Sie gelten unter Umweltschützern als sogenannte Urwaldrelikte, weil sie auf möglichst unberührte Strukturen angewiesen sind.

„Deshalb sind sie in Deutschland auch stark vom Aussterben bedroht. Und vor kurzem haben wir eine Population mitten im Entenpfuhl gefunden. So viel zu der Aussage der Befürworter, der Wald hier sei nicht schützenswert. Das alles haben wir den zuständigen Behörden natürlich sofort gemeldet“, sagt BI-Sprecher Heinz Eppel. Gemeinsam mit dem Ketscher Umweltstammtisch wollen die Gegner des Projekts am Rand des betroffenen Gebiets einmal mehr auf ihr Thema aufmerksam machen.

Kühlfunktion für die Gemeinde

Dabei spielt ihnen die jüngste Hitzewelle in die Hände. An diesem Mittag Anfang Juli ist es entlang der Felder am Gewerbegebiet Süd schon unangenehm heiß, während sich das Wetter im Schatten der Entenpfuhl-Bäume deutlich besser ertragen lässt. „Ich habe im vergangenen Sommer, als es nicht so extrem war wie zuletzt, selbst Temperaturmessungen durchgeführt“, erzählt Eppel. „Auf dem Ketscher Marktplatz habe ich in der Sonne ganze 58 Grad am Boden gemessen, die durch das Pflaster erzeugt wurden. Der Waldboden im Entenpfuhl hatte hingegen nur 28 Grad. Das zeigt doch, welche kühlende Funktion das Gebiet hat.“ Seine Mitstreiter unterstützen diese Argumentation: Jetzt werde wieder überall gefordert, Böden zu entsiegeln und Hitzeinseln abzubauen – dabei böten bestehende Wälder doch genau diese dringend benötigte Abkühlungsfunktion.

„Vom Trinkwasser, das durch den Kiesabbau trotz aller Beteuerungen gefährdet sein könnte, haben wir dann ja noch gar nicht angefangen. Da lauern einfach so viele Unsicherheiten, dass dieses Gebiet schlicht nicht dafür geeignet ist, auf knapp 40 Hektar und in 35 Metern Tiefe Sand und Kies abzubauen“, betont Werner Zieger aus dem BI-Vorstand. „Das machen ja auch die betroffenen Kommunen deutlich, die in den letzten Wochen ihre öffentlichen Stellungnahmen abgegeben haben.“

Ablehnung als Lichtblick für die Bürgerinitiative

Die unisono ablehnende Haltung der Gemeinderäte von Ketsch, Schwetzingen und Hockenheim ist aus Sicht der BI ein wichtiger Lichtblick. Denn diese hatten allesamt die Argumente der Gegner ins Feld geführt (wir berichteten): Gefahr für das Trinkwasser und die Natur, Sorge vor Lärm und Dreck sowie eine befürchtete Überlastung der Infrastruktur.

Gerade beim letzten Punkt setzt auch die BI wieder an. So werde der inzwischen konkret geplante Neubau der Güterbahnstrecke die Region absehbar stark belasten. „Das wird nicht nur direkte Auswirkungen auf Ketsch und Hockenheim haben, sondern auch zusätzlich Wald kosten. Das gleiche gilt für den geplanten Ausbau der A6, dafür werden ebenfalls viele Bäume fallen“, argumentiert Heinz Eppel.

Doch wie ist überhaupt der Stand des komplexen Genehmigungsverfahrens im Entenpfuhl? Seit Anfang des Jahres werden die sogenannten Träger öffentlicher Belange angehört, worunter auch die Kommunen fallen.

Und offensichtlich hat es dieser Verfahrensschritt in sich: Wie der Rhein-Neckar-Kreis auf Nachfrage mitteilt, müsse die Firma Krieger die Antragsunterlagen „aufgrund von Nachforderungen einzelner Träger öffentlicher Belange nachbessern“. Konkret gehe es um „verkehrsrechtliche Fragen zur Zuwegung, forstrechtliche Fragen zur Waldumwandlung und um naturschutzrechtliche Belange“.

Wenn die zusätzlichen Unterlagen vorlägen, hätten die Träger erneut Gelegenheit zur Stellungnahme, woraus sich wiederum weitere Nachforderungen ergeben könnten, betont der Kreis. Erst danach stünden die nächsten Verfahrensschritte wie die Offenlage oder ein Erörterungstermin an. Das Ganze habe entsprechend Auswirkungen auf den Zeitplan: „Von Seiten der Planfeststellungsbehörde kann daher keinerlei Prognose abgegeben werden, wann mit einer Entscheidung gerechnet werden kann.“

Auch die Firma Krieger bestätigt auf Nachfrage, „eine Vielzahl an Stellungnahmen und Nachforderungen“ erhalten zu haben. Zudem habe es dabei in den vergangenen Monaten immer wieder Fristverlängerungen und Verzögerungen gegeben, so dass noch nicht alle finale Informationen vorlägen. Sobald das der Fall sei, würden aber sämtliche Bereiche „in gewohnter Weise von uns und den Fachbüros gründlich geprüft“.

Und so scheint sich das bereits seit rund einem Jahrzehnt in der Planung befindliche Projekt im Entenpfuhl noch eine ganze Weile hinzuziehen. Die BI plant derweil bereits ihre nächste Aktion: Nach den Sommerferien wollen die Mitglieder die Öffentlichkeit erneut zu einer Infoveranstaltung am Waldrand einladen. „Wir machen weiter und geben nicht auf“, betont BI-Sprecher Heinz Eppel abschließend.

Bericht aus der Schwetzinger Zeitung vom 17.07.2026 von Benjamin Jungbluth

Gemeinderat gegen Kiesabbau

Entenpfuhl: Gremium gibt eindeutiges Stimmungsbild ab.

„Wichtig ist, dass man seine Bedenken äußert“ – Fachbereichsleiter Christian Engel hatte schon eine Stellungnahme zum Thema Kiesabbau im Entenpfuhl in Arbeit, als FDP/LfH-Stadtrat Christian Kramberg es in der Gemeinderatssitzung unter Punkt Verschiedenes ansprach. Ein Stimmungsbild zeigte: Wie die Kollegen in Schwetzingen und Ketsch lehnt das Hockenheimer Gremium das Vorhaben klar ab.

„Auch wenn wir in Hockenheim nur indirekt betroffen sind durch viele Lkw und eventuell absinkendes Grundwasser, sollten wir uns deutlich positionieren“, fand Kramberg. Engel sagte, bei allem Verständnis für den Bedarf an Rohstoffen habe Hockenheim wie die Nachbarkommunen Bedenken wegen des Wasserschutzgebiets Schwetzinger Hardt.

Nachträgliche Auflagen könnten Talhaus-Betriebe beeinträchtigen

Der Kiesabbau könne aber auch Einfluss haben auf die Strömungsverhältnisse im Grundwasser, erklärte Christian Engel. Sollten sich diese verändern und deshalb der Geltungsbereich des Wasserschutzgebiets aufs Gewerbegebiet Talhaus erweitert werden müssen, könne das dortige Gewerbe beeinträchtigt werden – etwa durch nachträgliche Auflagen.

Ein weiterer Aspekt sei die Zufahrt zur Landesstraße 722 zwischen der Talhauskreuzung und der Anschlussstelle Bundesstraße 39. Die sei der Stadt Hockenheim von der parallel verlaufenden 1. Industriestraße abgelehnt worden mit der Begründung, die Streckencharakteristik werde gestört, sagte Engel. Dabei hätte ein solcher Anschluss eine deutliche Verminderung des Verkehrs an der Talhauskreuzung und der Straßenbelastung zur Folge.

Ein Kieswerk bräuchte eine Zufahrt zur L 722, was laut Engel bereits in Abstimmung sei. „Wenn dieser Kiesabbau wirklich kommen sollte, bestehen wir auch darauf, dass wir im Gegenzug eine Zufahrt auf die L 722 von der 1. Industriestraße bekommen, weil es nicht sein kann, dass mit zwei anderen Maß gemessen wird“, stellte Engel fest.

In dem Zusammenhang sprach er das Thema Waldausgleich an. Durch das Kieswerk wären 40 bis 45 Hektar Wald betroffen. Für den Ausgleich werde nicht, wie früher von Hockenheim der Faktor eins zu eins gefordert oder eins zu 1,3 wie beim Hockenheimring, sondern weniger. Einen formalen Beschluss konnte der Gemeinderat nicht fassen, da das Thema nicht auf der Tagesordnung gestanden hatte, doch das von Bürgermeister Matthias Beck abgerufene Stimmungsbild war eindeutig.

Bericht aus der Schwetzinger Zeitung vom 05.05.2026

Klares Veto gegen Kiesabbau

Eine Bürgerinitiative kämpft seit Jahren gegen den Kiesabbau im Entenpfuhl bei Ketsch.Bild: Benjamin Jungbluth

Gemeinderat:Die Verwaltung hat offiziell zum geplanten Projekt im Entenpfuhl Stellung bezogen und lehnt dessen Realisierung ab.

Das Thema Kiesabbau im Entenpfuhl beschäftigt die Verwaltung und die ganze Region schon eine Weile. Und genau so lange scheint klar, dass die Gemeinde dagegen ist. Und genau das hat sie nun offiziell mit einer Stellungnahme als Träger öffentlicher Belange sozusagen bei der jüngsten Gemeinderatssitzung zu Protokoll gegeben.

Das Unternehmen Heinrich Krieger stellte im vergangenen Sommer einen Antrag auf eine wasserrechtliche Planfeststellung für ein Rohstoffabbauvorhaben im Gewann Entenpfuhl beim zuständigen Wasserrechtsamt des Rhein-Neckar-Kreises. In diesem Kontext wurde der Gemeinde die Gelegenheit gegeben, sich zu äußern.

Übernommen hat das der Umweltbeauftragte der Gemeinde, Dominique Stang. Auf drei Seiten fasste er die Argumente zusammen, die klar auf die nicht hinnehmbaren Risiken eines Kiesabbaus verweisen. Geplant ist auf einer Fläche von 39 Hektar über 33 Jahre der Abbau von Kies und Sand bis in eine Tiefe von 35 Metern.

Kommen sollen nach den Plänen auch der Bau und Betrieb eines Kies- sowie eines Betonwerks samt Verkehrsanbindung an die L722. Der Eingriff ist laut dem Schreiben „ein massiver Eingriff in die Landschaft“. Im Grunde, so Stang, würde das gesamte ökologische Beziehungsgefüge verändert, wovon alle Schutzgüter, Boden, Wasser, Klima, Luft, Fauna und Flora betroffen wären.

Wasserschutz und Rodung

Als gravierend werden der abgrabungsbedingte Verlust von grundwasserschützenden Bodendeckschichten und die Rodung des gesamten Waldes bewertet. Letzteres sorge dafür, dass seine Immissionsschutzfunktion von der Dämpfung des Verkehrslärms bis zur Filterung von Luftschadstoffen und der Bindung von CO₂ verloren gehe.

Es seien, so Stang, auch noch andere überregionale Infrastrukturprojekte in der Planung, die den Druck auf Landschaft und Freiflächen hier erhöhen werden. Zu nennen sind der Ausbau der Höchstspannungsleitung der „TransnetBW“, die Neu- und Ausbaustrecke zwischen Mannheim und Karlsruhe der Deutschen Bahn sowie der sechsspurige Ausbau der Autobahn A6 zwischen den Autobahnkreuzen Mannheim und Schwetzingen. Vor allem durch die beiden letzten Vorhaben werde auf Ketscher Gemarkung Wald verloren gehen.

Ganz besonderes Augenmerk legte Stang in seinen Ausführungen auf die sichere Trinkwasserversorgung. Die, so seine Einschätzung, sei durch den geplanten Abbau massiv gefährdet. Die Wasserwerke Schwetzingen gewinnen aus dem Grundwasser ihr Trinkwasser, das nicht nur hier von großer Bedeutung sei, sondern auch für Mannheim. Die Brunnen der Wasserwerke würden sich in unmittelbarer Nähe des Vorhabenbereichs befinden und eine Gefährdung könne wohl nicht zweifelsfrei ausgeschlossen werden. Die Stellungnahme endete mit den Worten: „Der uneingeschränkte Schutz unseres Grund- und Trinkwassers ist nach unserem Dafürhalten von allerhöchster Priorität. Ihm muss zugunsten des Allgemeinwohls in jedem Falle Vorrang vor jedwedem Vorhaben zur Rohstoffgewinnung eines einzelnen privatwirtschaftlichen Unternehmens eingeräumt werden.“

Rainer Fuchs (CDU) unterstütze den Inhalt des Schreibens ausdrücklich. Wald und Trinkwasserschutz seien unverhandelbar. Dr. Oliver Brinkmann (SPD) bewertet die Ökoleistungen des Entenpfuhls rund um Wasser-, Lärm- und Immissionsschutz ebenfalls deutlich höher ein als den Ertrag aus etwaigen Rohstoffgewinnen. Der Baggersee, der hier entstehen würde, wäre dreimal so groß wie der Anglersee, was sich negativ auf Verdunstung und Niederschlag auswirken würde. Ferner gebe es regionale Abbaugebiete, die weit weniger Naturverbrauch mit sich brächten.

Heino Völker (FWV) stellte die Nachteile, wie Gefahr für die Trinkwasserversorgung, mehr Lärm und Staub aufgrund des Verlustes des Waldes, den Erträgen, wie regionaler Abbau von Rohstoffen für den dringend benötigten Wohnungsbau und die damit einhergehende bessere Ökobilanz dieser Rohstoffe, gegenüber. Die Bilanz sei klar, die Argumente gegen den Kies- und Sandabbau überwiegen deutlich.

Beispiel Hambacher Forst

Auch Birgit Ackermann (Grüne) sprach sich dezidiert gegen das Vorhaben aus. Solche Schäden in der Natur für die Gewinnung von Rohstoffen seien schlicht nicht hinnehmbar. Angesichts der klimatischen Veränderungen dürfe man keinen Baum mehr verlieren.

Dafür müsse endlich mit dem Baustoff-Recycling ernst gemacht werden. Wichtig sei zudem, dass 2023 fast 200 Millionen Tonnen Bau- und Abbruchmüll anfielen. Das seien 52 Prozent des gesamten Abfallaufkommens in Deutschland. Inständig hofft die Rätin der Grünen dabei , dass der Entenpfuhl der „Hambacher Forst dieser Region“ werde.

Auch Klaus-Günther Voigtmann (AfD) ist nicht bereit, die Risiken in Kauf zu nehmen. Die Trinkwasserversorgung dürfe nicht gefährdet werden. Und der Wald sei für Ketsch eine Art grüne Lunge mit kühlendem Effekt. Chris Brocke (FDP) verwies darauf, dass Kies ein wichtiger Baustoff und der regionale Abbau auch für seine Ökobilanz wichtig sei. Aber das gelte auch für den Wald und die sichere Trinkwasserversorgung.

Und so fiel am Ende auch für ihn das Urteil klar aus: Die ökologischen Kosten seien hier einfach zu hoch. Die Stellungnahme wurde damit einhellig begrüßt, was im Publikum, unter ihnen viele Anhänger der BI Entenpfuhl, mit viel Applaus quittiert wurde.

Bericht aus der Schwetzinger Zeitung von Stefan Kern vom 30.04.2026

Stadt stellt sich gegen Kiesabbau

Über lange Förderbänder gelangen die Rohstoffe im Bruchsaler Kieswerk der Firma Krieger an Land und werden nach Größe sortiert: So soll auch der Abbau im Entenpfuhl organisiert werden.Bild: Benjamin Jungbluth

Gemeinderatsvorschau :In einer Stellungnahme soll sich das Gremium zum Vorhaben im Gewann Unterer Entenpfuhl auf Schwetzinger Gemarkung positionieren.

Noah Eschwey

Gemeinderatssitzung

  • Die öffentliche Sitzung des Gemeinderats Schwetzingen findet am Mittwoch, 15. April , statt. Beginn ist um 18 Uhr im Sitzungssaal des Rathauses.
  • Auf der Tagesordnung stehen unter anderem der Bebauungsplan Nr. 109 „Südlich Hirschacker II“ und eine Vereinbarung zwischen Schwetzingen und Oftersheim zumMobilitäts- und Verkehrskonzept „Schwetzinger Höfe“ ,
  • Außerdem die Sanierung des Sportplatzes des städtischen Stadions und die geplante Entwidmung einer Teilfläche des Friedhofes .

In Schwetzingen steht eine weitreichende Entscheidung an: Der Gemeinderat befasst sich in seiner öffentlichen Sitzung am Mittwoch, 15. April, mit einer Stellungnahme zum geplanten Kies- und Sandabbau im Gewann Unterer Entenpfuhl auf Schwetzinger Gemarkung. Hintergrund ist ein laufendes wasserrechtliches Planfeststellungsverfahren, in dem die Stadt als betroffene Kommune sowie als untere Baurechtsbehörde zur Stellungnahme aufgefordert wurde.

Geplant ist ein Vorhaben der Firma Heinrich Krieger aus Neckarsteinach, die auf einer Fläche von rund 38,8 Hektar über einen Zeitraum von etwa 33 Jahren Sand und Kies gewinnen will. Die Rohstoffe sollen zunächst im Trockenabbau und später im Nassabbau gefördert werden. Am Ende würde ein rund 33 Hektar großer Baggersee entstehen.

Die Stadt Schwetzingen erkennt grundsätzlich die Bedeutung der Rohstoffgewinnung für die Bauwirtschaft an. Angesichts des hohen Bedarfs an Baustoffen, etwa für den Wohnungsbau, sei der Abbau in geeigneten Regionen nachvollziehbar. Gleichzeitig positioniert sich die Verwaltung in ihrer Stellungnahme deutlich kritisch gegenüber dem konkreten Projekt.

Stadt kritisiert Vorhaben

Ein zentraler Kritikpunkt betrifft die Trinkwasserversorgung. Das geplante Abbaugebiet liegt im Einzugsbereich des Wasserwerks Schwetzingen in einem Wasserschutzgebiet. Die Stadt befürchtet, dass Eingriffe in den Boden sowie der Umgang mit wassergefährdenden Stoffen die Wasserqualität beeinträchtigen könnten. Auch langfristige Veränderungen der Grundwasserströme werden als Risiko gesehen.

Zudem weist die Stadt auf erhebliche Eingriffe in Natur und Klima hin. Für das Vorhaben müssten große Waldflächen weichen: insgesamt rund 45 Hektar. Diese hätten bislang wichtige Funktionen für das lokale Klima erfüllt, etwa durch Kühlung und Wasserspeicherung. Ein vollständiger Ausgleich durch Aufforstung sei aus Sicht der Verwaltung nicht gegeben.

Hohe Gesamtbelastung

Auch verkehrliche Auswirkungen spielen eine Rolle. Durch den Abtransport der Rohstoffe wird mit zusätzlichen Belastungen gerechnet. Laut Gutachten könnten täglich mehrere hundert Fahrten hinzukommen, was die bestehenden Straßen spürbar beeinträchtigen könnte.

Nicht zuletzt verweist die Stadt auf eine bereits hohe Gesamtbelastung durch andere Infrastrukturprojekte in der Region, darunter der Ausbau der A6 und große Bahnvorhaben. Weitere Eingriffe würden die Situation zusätzlich verschärfen.

Der Gemeinderat soll in seiner öffentlichen Sitzung am Mittwoch, 15. April, über die Abgabe dieser Stellungnahme im Verfahren entscheiden. Dieses bündelt sämtliche Genehmigungen für das Projekt und beinhaltet auch die Beteiligung von Behörden und Öffentlichkeit.

Artikel aus der Schwetzinger Zeitung vom 10. April 2026

„Das ist völlig inakzeptabel“

Am Waldrand hat die BI schon vor Jahren ein Plakat aufgehängt, um auf ihren Protest gegen den geplanten Kiesabbau im Gewann Entenpfuhl aufmerksam zu machen.Bild: Benjamin Jungbluth

Gemeinderat: Geplanten Kiesabbau im Gewann Entenpfuhl kategorisch abgelehnt. Vor allem die Gefahr für das Trinkwasser sehen alle als entscheidend an.

Andreas Lin

Ein geplanter großflächiger Kies- und Sandabbau im Süden der Schwetzinger Gemarkung sorgt für politischen Gegenwind: Der Gemeinderat hat im laufenden Genehmigungsverfahren eine klare Position bezogen – und sich geschlossen und kategorisch gegen das Vorhaben ausgesprochen. „Wir stellen Kiesabbau grundsätzlich nicht infrage – aber eben nicht an dieser Stelle“, machte Oberbürgermeister Matthias Steffan klar deutlich.

Die Sprecher der Fraktionen wurden noch deutlicher: „Wir sind massiv gegen den Kiesabbau“, sagte Elke Ackermann-Knieriem (Freie Wähler). Auch Nils Melkus (CDU) sieht das so: „Wir können das nicht vertreten.“ Für Dr. Michael Rittmann (Bündnis 90/Die Grünen) ist dieser Plan in höchstem Maße unverantwortlich: „Kiesabbau im Entenpfuhl ist völlig inakzeptabel.“ Robin Pitsch brachte die SPD-Haltung auf den Punkt beziehungsweise auf vier Buchstaben reduziert: „Nein“.

Pläne für Sand- und Kiesausbeute im Fokus

Im Fokus steht das Gewann Unterer Entenpfuhl, ein rund 38,8 Hektar großes Gebiet nahe der Grenze zu Hockenheim und Ketsch. Dort plant die Firma Heinrich Krieger KG den großflächigen Abbau von Sand und Kies. Zuständig für das Verfahren ist das Wasserrechtsamt des Landratsamts Rhein-Neckar-Kreis, bei dem derzeit die Stellungnahmen der betroffenen Kommunen eingehen.

Das Projekt sei langfristig angelegt, informierte Oberbürgermeister Matthias Steffan noch einmal die Ratsmitglieder und die zahlreichen Sitzungsbesucher: Über einen Zeitraum von rund 33 Jahren sollen Rohstoffe gewonnen werden. Vorgesehen sind nicht nur die Abbauflächen selbst, sondern auch der Bau eines Kies- und Betonwerks sowie eine eigene Verkehrsanbindung an die L722, über die das Material abtransportiert werden soll. Nach Abschluss der Arbeiten soll das Gelände zu einem Landschaftssee umgestaltet und teilweise wieder aufgeforstet werden. Trotz dieser Perspektiven überwiegen aus Sicht der Stadt und der Stadträte die Risiken. In ihren Stellungnahmen warnten die Verwaltung und die Fraktionssprecher vor erheblichen Eingriffen in Natur und Landschaft. Besonders kritisch sehen OB Steffan und der Gemeinderat den Verlust großer Waldflächen – mit Folgen für das lokale Klima und die ökologische Balance.

Auch mögliche Auswirkungen auf den Wasserhaushalt werden als problematisch eingeschätzt. „Die Trinkwasserversorgung könnte in Mitleidenschaft gezogen werden“, betonte der OB. Dr. Rittmann befürchtet ein immenses kumulierendes Risiko für eine Verunreinigung des Grundwassers durch Schadstoffeintrag über die Oberfläche des Baggersees, zumal auch noch eine Tankstelle für den Eigenverbrauch vorgesehen ist. „Die Genehmigung des Vorhabens würde für zigtausende in unserer Region die Trinkwasserversorgung und damit eine der Lebensgrundlagen gefährden.“ Für Nils Melkus ist das nicht verhandelbar: „Der Schutz des Trinkwassers genießt absolute Priorität.“

Gegend schon durch andere Projekte viel belastet

Brisant ist zudem die Lage des Gebiets: Der Untere Entenpfuhl befindet sich in einem Wasserschutzgebiet, in dem Rohstoffabbau grundsätzlich verboten ist. Eine Umsetzung wäre nur über eine Ausnahmegenehmigung möglich – ein Umstand, der die Skepsis in Schwetzingen weiter verstärkt. Alle Sprecher zählten zudem die Vorhaben auf, unter denen die Region um Schwetzingen schon zu leiden habe – zum Beispiel die Güterbahntrasse Rotterdam-Genua, Geothermie-Projekte, der Ausbau der A6 oder die Transnet-Leitungen. „Unsere Region und die hier lebenden Menschen sind bereits massiv belastet“, sagte etwa der CDU-Sprecher. Und nicht zu vergessen seien die zu erwartenden negativen Folgen für die ohnehin gebeutelte Landwirtschaft.

Hinzu kommt, dass die Stadt ihre ablehnende Haltung nicht zum ersten Mal formuliert. Bereits im Jahr 2012 habe sie sich im Zuge der Regionalplanung gegen eine Ausweisung des Gebiets als Vorrangfläche für den Rohstoffabbau ausgesprochen. An dieser Einschätzung hat sich bis heute nichts geändert. Allerdings erinnerte Elke Ackermann-Knieriem, dass der damalige Technische Ausschuss ein Jahr zuvor dem Rohstoffabbau im Regionalplan grundsätzlich zugestimmt habe. Das hänge seitdem wie ein Damoklesschwert über der Gegend.

Chancen und Risiken der Rohstoffgewinnung abwägen

CDU und FDP betonten, dass sie die Rohstoffgewinnung grundsätzlich für sinnvoll halten. Die Oberrheinebene sei dafür geeignet, zudem sprächen kurze Wege, regionale Wertschöpfung und geringere Abhängigkeiten von Importen für eine Förderung im eigenen Land, sagte Nils Melkus. Doch diese Vorteile, so der CDU-Stadtrat, entbänden die Politik nicht von einer sorgfältigen Abwägung. Auch Dr. Christian Lorentz von den Liberalen sieht die Notwendigkeit, für Baustoffe zu sorgen („Bauen ist wichtig“). Aber: „Letztlich sprechen die bekannten Gründe dagegen.“

Die Entscheidung, ob im Entenpfuhl Kies abgebaut wird oder nicht, selbst liegt allerdings nicht beim Schwetzinger Gemeinderat: Am Ende wird das Wasserrechtsamt im Rahmen des Planfeststellungsverfahrens abwägen müssen, ob das Projekt genehmigt wird.

Artikel aus der Schwetzinger Zeitung vom 17. April 2026

Born fordert Erhalt von Entenpfuhl

Naturschutz:Appell an die grün-schwarze Koalition.

Blick auf das Bruchsaler Kieswerk der Firma Krieger.ArchivBild: Benjamin Jungbluth

Daniel Born, bis zu Ende des Monats noch Landtagsabgeordneter für den Wahlkreis Schwetzingen, fordert die künftige grün-schwarze Landesregierung auf, den Entenpfuhl vor der Abholzung zu bewahren und alle rechtlichen Möglichkeiten auszuschöpfen, um den Vertrag mit der Firma Krieger zu kündigen oder rechtssicher zu beenden. Nach dem Abschluss der Sondierungsgespräche in Stuttgart hat sich Born (SPD) an Grüne und CDU gewandt. Er hoffe, dass der Koalitionsvertrag einen Entenpfuhl-Schutz enthalte, heißt es laut einer Mitteilung. Auf dem Gelände plant die Firma Krieger Kiesabbau.

In seinem Appell warnt Born davor und nennt die Planungen im Entenpfuhl einen schwerwiegenden Eingriff in Wald, Klima, Trinkwasserschutz und Lebensqualität in der Region. „Wenn ein großes zusammenhängendes Waldgebiet für jahrzehntelangen Rohstoffabbau geopfert werden soll, ist das nicht nur ein lokaler Nutzungskonflikt, sondern eine grundsätzliche politische Entscheidung darüber, welchen Wert Natur, Wasser und Klima in Baden-Württemberg noch haben“, erklärt der Schwetzinger Politiker.

Hinweis auf Sondierungspapier von Grünen und CDU

Als Grundlage seiner Forderung nennt er konkret das Sondierungspapier von Grünen und CDU. Darin heiße es unter Punkt 23 ausdrücklich, dass der Wald als natürliche CO₂-Senke gestärkt und ausgebaut werden solle. „Genau daran müssen sich die Verhandler messen lassen und können beim Entenpfuhl ein starkes Zeichen der Glaubwürdigkeit setzen“, so Born. „Wer Wälder stärken will, darf im Entenpfuhl keine Abholzung zulassen.“

Born stellt klar: „Der Entenpfuhl ist landeseigener Wald. Die betroffenen Gemeinden können lediglich Stellungnahmen im Antragsverfahren der Firma Krieger abgeben, die Initiativen nur protestieren und informieren – was sie auch tun.“ Aber das Land könne mit einer Kündigung des Pachtvertrags sofort dem Spuk ein Ende bereiten und den Wald retten. „Und genau das muss im Koalitionsvertrag stehen“, fordert Born.

Sorge vor unwiederbringlichem Verlust des sensiblen Waldgebiets

Beim Entenpfuhl gehe es um ein sensibles Waldgebiet in einem wasserwirtschaftlich bedeutenden Raum. Der Wald erfülle wichtige Funktionen für das regionale Klima, den Wasserhaushalt, den Artenschutz und die Lebensqualität vor Ort. Wälder speicherten Kohlenstoff, kühlten ihre Umgebung, hielten Wasser in der Landschaft und wirkten als natürliche Schutzräume gegen Hitze, Staub und Lärm. Was dort zerstört werde, lasse sich nicht mehr ersetzen.

Born hat die Forderung zum Erhalt des Entenpfuhl-Waldes von Anfang an unterstützt und stets die Verantwortung des Landes betont. „Wenn beim Entenpfuhl wirtschaftliche Interessen höher gewichtet werden als Wald-, Klima- und Trinkwasserschutz, dann bleibt vom Versprechen des Sondierungspapiers nicht viel übrig“, meint er. „Man kann nicht morgens Wälder als CO₂-Senken loben und abends ihre Zerstörung dulden.“ dir/zg

Artikel aus der Schwetzinger Zeitung vom 16.04.2026

Kämpferischer Blick ins neue Jahr

https://www.e-pages.dk/schwetzingerzeitung/2101/assets/2fc68496b046be4bbd0701dd0a6c5772cc07325d_max1024x.jpg

BI Entenpfuhl:Mitglieder wollen Antragsunterlagen einsehen und sind beim Thema Windkraft skeptisch – adventliches Treffen wird zum Erfolg.

Weihnachtslieder, Glühweinduft und bunte Gummienten mit Tannenzweigschmuck: Am Samstagnachmittag hatte die Bürgerinitiative (BI) „Rettet den Entenpfuhl“ zu einem adventlichen Treffen am südlichen Waldrand von Ketsch eingeladen. Neben dem gemütlichen Beisammensein und dem lockeren Austausch über die Aktionen der vergangenen Monate ging es um das ernste Thema, das die Mitglieder und Freunde der Gruppe seit Jahren antreibt.

Denn weiterhin laufen die Planungen für einen großflächigen Kiesabbau in dem Waldgebiet, das zwischen B 39 und Hockenheim-Talhaus zwar auf Schwetzinger Gemarkung liegt, aber dessen Umnutzung die Enderlegemeinde in besonderem Maße betreffen würde.

Nach mehreren öffentlichen Infoveranstaltungen und dem Aufhängen von Nistkästen für geschützte Fledermäuse in diesem Jahr blickt die BI voller Tatendrang in die Zukunft. „Wir werden zusammen mit dem Ketscher Umweltstammtisch im Januar versuchen, beim Wasserrechtsamt des Kreises Einsicht in Antragsunterlagen der Firma Krieger zu erhalten. Deren Bearbeitung dauert wohl noch eine ganze Weile, aber wir wollen nicht vor vollendete Tatsachen gestellt werden“, erklärte BI-Sprecher Heinz Eppel.

Enorme Dimensionen

Schließlich erreiche das Projekt enorme Dimensionen. „Der Abbau soll auf einer Fläche von rund 42 Hektar erfolgen. Unser nicht gerade kleiner Ketscher Anglersee umfasst knapp zwölf Hektar – hier ist also ein fast viermal so großer Baggersee geplant, für den der Wald weichen muss“, betonte Eppel. Dabei diene das Gebiet im Sommer als eine natürliche Klimaanlage für die Umgebung.

Der Hardtwald, zu dem der Entenpfuhl gehört, werde zudem an vielen Stellen angegriffen: Bei den aktuellen Plänen für die Bahntrasse Mannheim-Karlsruhe, bei der Problematik rund um Sport- und Parkplätze in Sandhausen oder bei der Diskussion um Lkw-Parkplätze bei Hockenheim.

„Gleichzeitig hat Deutschland jüngst auf der Weltklimaschutzkonferenz eine Milliarde Euro für den Erhalt von Wäldern auf der ganzen Welt zugesagt. Das ist zwar für sich betrachtet sehr sinnvoll, passt aber nicht damit zusammen, bei uns zu Hause großflächig Bäume zu fällen“, so Eppel.

Ein weiterer Kritikpunkt sei weiterhin die Sorge um das Trinkwasser. Hier könne am Ende zwar vielleicht durch Filter und andere Maßnahmen einer Verunreinigung entgegengewirkt werden, doch das habe seinen Preis – den am Ende die Bürger über steigende Gebühren bezahlen müssten.

Gefahr für die Trinkwasserqualität

„Bislang haben wir im benachbarten Wasserwerk Schwetzinger-Hardt eine herausragende Trinkwasserqualität, mit der nicht nur Schwetzingen und Ketsch, sondern auch die Großstädte Mannheim und Heidelberg sowie über Umwege Brühl und Eppelheim versorgt werden. Das zu gefährden, ist doch Irrsinn“, argumentierte Werner Zieger, der neben seinem BI-Engagement auch parteiloser Schwetzinger Gemeinderat ist.

Vonseiten der Politik erhofft sich die BI eine größere Unterstützung, „zumal doch die Landtagswahl vor der Tür steht“, wie ein Teilnehmer spöttisch anmerkte. Zum Treffen im Entenpfuhl hatten die Ehrenamtlichen deshalb die drei regionalen Abgeordneten eingeladen.

„Während Andre Baumann sich wegen des parallelen Parteitags der Grünen hat entschuldigen lassen, haben uns Daniel Born und Andreas Sturm (CDU) trotz Zusage leider versetzt“, sagte Heinz Eppel. „Allerdings haben sich beide im Nachgang dafür entschuldigt und Andreas Sturm hat uns als Ersatz seine nächste Sprechstunde angeboten, was wir gerne annehmen.“

Die lokale Politik war hingegen durch Vertreter der Ketscher CDU sowie Bürgermeister Timo Wangler vertreten, der den engen Austausch mit Schwetzingens Oberbürgermeister Matthias Steffan betonte. „Wir werden als Träger öffentlicher Belange im weiteren Prozess angehört und dabei vor allem auf den Lärm- und Trinkwasserschutz hinweisen. Gleichzeitig vertrauen wir auf das umfangreiche rechtsstaatliche Verfahren, das vom Kreis durchgeführt wird und das sich mit zahlreichen Punkten sehr intensiv beschäftigt“, sagte Wangler.

Denkbar sei aber, dass die BI zusammen mit den betroffenen Kommunen im nächsten Jahr eine öffentliche Infoveranstaltung organisiere. Das Thema Windkraftanlagen, das der Grünen-Landtagsabgeordnete Andre Baumann zuletzt wieder aufgeworfen hatte, nahm indes keinen allzu großen Raum beim BI-Treffen ein. Grundsätzlich sei man dieser Technologie gegenüber offen, doch sei der Standort im Entenpfuhl wohl eher „Wunschdenken“, so der BI-Vorstand. „Wegen der mäßigen Windstärke in der Rheinebene wäre hier eine Nabenhöhe von rund 150 Metern notwendig“, argumentierte Werner Zieger.

Damit sei der Bereich gemeint, an dem sich der Maschinenraum samt Generator befindet und sich die Rotorblätter drehen. Für die Gesamthöhe müsse noch einmal die Hälfte des Rotordurchmessers hinzugerechnet werden, der nach aktuellem Stand der Technik rund 150 bis 200 Meter betragen könne.

„Die Dinger müssten also riesig werden“, so Zieger. „Und was wir auf keinen Fall akzeptieren könnten, wäre die Aufstellung von Windrädern zusammen mit dem Kiesabbau. Ohnehin wollen wir im neuen Jahr noch lauter werden, um den Entenpfuhl vor solchen Bedrohungen zu retten.“

Bericht aus der Schwetzinger Zeitung vom 17.12.2025 von von Benjamin Jungbluth

Post navigation

Previous Post:

NABU: Bürgerinitiative„Rettet den Entenpfuhl“ zu Gast

Die Bürgerinitiative (BI) „Rettet den Entenpfuhl“ war zu Gast bei der jüngsten Versammlung des Nabu Schwetzingen und Umgebung, zu dem auch Ketsch gehört. Frank Nürnberg gab zu Beginn einen Rückblick auf die vergangenen elf Jahre – von der Ausweisung des Entenpfuhls als Vorranggebiet für den Rohstoffabbau im einheitlichen Regionalplan bis zu den aktuellen Entwicklungen.

Die BI, vertreten durch ihre Vorstände Heinz Eppel und Manuela Stübe, erläuterte dabei ihre wesentlichen Bedenken. Nach ihren Angaben sollen im Süden von Ketsch 42 Hektar Wald für Kiesabbau und ein geplantes Betonwerk weichen. Der Entenpfuhl wurde auf Betreiben des Zweckverbands Wasserversorgung Kurpfalz im März 2022 als Wasserschutzzone IIIA ausgewiesen.

Das dort geförderte Wasser ist von großer Bedeutung: Rund zwei Drittel der etwa acht Millionen Kubikmeter Jahresfördermenge gehen an Heidelberg und Mannheim, weitere vier Millionen Kubikmeter an Schwetzingen sowie die umliegenden Gemeinden Ketsch, Plankstadt und Oftersheim.

Angesichts der fortschreitenden Klimaveränderungen, so betonte die BI, müsse der Schutz des Trinkwassers höchste Priorität haben. Durch die geplante Schaffung eines 35 Hektar großen Baggersees entfielen sowohl die Filterfunktion des Waldbodens als auch der natürliche Schutz vor Schadstoffen. „Waldschutz ist Klima- und Trinkwasserschutz“, fasste Eppel die Haltung der Initiative zusammen – eine Einschätzung, der sich auch die Nabu-Mitglieder anschlossen.

Darüber hinaus sei der Entenpfuhl ein wichtiger Erholungsraum für die Bevölkerung. Wie Eppel berichtete, biete der schattige Wald bei sommerlichen Temperaturen von 40 Grad in der Umgebung einen deutlichen Temperaturunterschied – im Entenpfuhl sei es oft bis zu 20 Grad kühler als auf versiegelten Flächen im Ortskern.

Beim Thema Windenergie gingen die Meinungen auseinander. Laut einem Windatlas sind Flächen im und am Entenpfuhl als potenzielle Standorte ausgewiesen, eine konkrete Planung existiere jedoch noch nicht. Die Bürgerinitiative wolle sich daher derzeit nicht festlegen. Der Nabu Schwetzingen und Umgebung befürwortete hingegen die mögliche Installation von drei bis fünf Windrädern als klimaneutrale Energiequelle. Die dafür notwendigen Eingriffe könnten zugleich zur ökologischen Aufwertung der Kiefernstangenwälder beitragen und Flora wie Fauna langfristig stärken. 

Bericht aus der Schwetzinger Zeitung vom 13.10.2025 erstellt von Frank Nürnberg, Nabu Schwetzingen