Stadt stellt sich gegen Kiesabbau

Über lange Förderbänder gelangen die Rohstoffe im Bruchsaler Kieswerk der Firma Krieger an Land und werden nach Größe sortiert: So soll auch der Abbau im Entenpfuhl organisiert werden.Bild: Benjamin Jungbluth

Gemeinderatsvorschau :In einer Stellungnahme soll sich das Gremium zum Vorhaben im Gewann Unterer Entenpfuhl auf Schwetzinger Gemarkung positionieren.

Noah Eschwey

Gemeinderatssitzung

  • Die öffentliche Sitzung des Gemeinderats Schwetzingen findet am Mittwoch, 15. April , statt. Beginn ist um 18 Uhr im Sitzungssaal des Rathauses.
  • Auf der Tagesordnung stehen unter anderem der Bebauungsplan Nr. 109 „Südlich Hirschacker II“ und eine Vereinbarung zwischen Schwetzingen und Oftersheim zumMobilitäts- und Verkehrskonzept „Schwetzinger Höfe“ ,
  • Außerdem die Sanierung des Sportplatzes des städtischen Stadions und die geplante Entwidmung einer Teilfläche des Friedhofes .

In Schwetzingen steht eine weitreichende Entscheidung an: Der Gemeinderat befasst sich in seiner öffentlichen Sitzung am Mittwoch, 15. April, mit einer Stellungnahme zum geplanten Kies- und Sandabbau im Gewann Unterer Entenpfuhl auf Schwetzinger Gemarkung. Hintergrund ist ein laufendes wasserrechtliches Planfeststellungsverfahren, in dem die Stadt als betroffene Kommune sowie als untere Baurechtsbehörde zur Stellungnahme aufgefordert wurde.

Geplant ist ein Vorhaben der Firma Heinrich Krieger aus Neckarsteinach, die auf einer Fläche von rund 38,8 Hektar über einen Zeitraum von etwa 33 Jahren Sand und Kies gewinnen will. Die Rohstoffe sollen zunächst im Trockenabbau und später im Nassabbau gefördert werden. Am Ende würde ein rund 33 Hektar großer Baggersee entstehen.

Die Stadt Schwetzingen erkennt grundsätzlich die Bedeutung der Rohstoffgewinnung für die Bauwirtschaft an. Angesichts des hohen Bedarfs an Baustoffen, etwa für den Wohnungsbau, sei der Abbau in geeigneten Regionen nachvollziehbar. Gleichzeitig positioniert sich die Verwaltung in ihrer Stellungnahme deutlich kritisch gegenüber dem konkreten Projekt.

Stadt kritisiert Vorhaben

Ein zentraler Kritikpunkt betrifft die Trinkwasserversorgung. Das geplante Abbaugebiet liegt im Einzugsbereich des Wasserwerks Schwetzingen in einem Wasserschutzgebiet. Die Stadt befürchtet, dass Eingriffe in den Boden sowie der Umgang mit wassergefährdenden Stoffen die Wasserqualität beeinträchtigen könnten. Auch langfristige Veränderungen der Grundwasserströme werden als Risiko gesehen.

Zudem weist die Stadt auf erhebliche Eingriffe in Natur und Klima hin. Für das Vorhaben müssten große Waldflächen weichen: insgesamt rund 45 Hektar. Diese hätten bislang wichtige Funktionen für das lokale Klima erfüllt, etwa durch Kühlung und Wasserspeicherung. Ein vollständiger Ausgleich durch Aufforstung sei aus Sicht der Verwaltung nicht gegeben.

Hohe Gesamtbelastung

Auch verkehrliche Auswirkungen spielen eine Rolle. Durch den Abtransport der Rohstoffe wird mit zusätzlichen Belastungen gerechnet. Laut Gutachten könnten täglich mehrere hundert Fahrten hinzukommen, was die bestehenden Straßen spürbar beeinträchtigen könnte.

Nicht zuletzt verweist die Stadt auf eine bereits hohe Gesamtbelastung durch andere Infrastrukturprojekte in der Region, darunter der Ausbau der A6 und große Bahnvorhaben. Weitere Eingriffe würden die Situation zusätzlich verschärfen.

Der Gemeinderat soll in seiner öffentlichen Sitzung am Mittwoch, 15. April, über die Abgabe dieser Stellungnahme im Verfahren entscheiden. Dieses bündelt sämtliche Genehmigungen für das Projekt und beinhaltet auch die Beteiligung von Behörden und Öffentlichkeit.

Artikel aus der Schwetzinger Zeitung vom 10. April 2026

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