Naturschutz:Appell an die grün-schwarze Koalition.
Blick auf das Bruchsaler Kieswerk der Firma Krieger.ArchivBild: Benjamin Jungbluth
Daniel Born, bis zu Ende des Monats noch Landtagsabgeordneter für den Wahlkreis Schwetzingen, fordert die künftige grün-schwarze Landesregierung auf, den Entenpfuhl vor der Abholzung zu bewahren und alle rechtlichen Möglichkeiten auszuschöpfen, um den Vertrag mit der Firma Krieger zu kündigen oder rechtssicher zu beenden. Nach dem Abschluss der Sondierungsgespräche in Stuttgart hat sich Born (SPD) an Grüne und CDU gewandt. Er hoffe, dass der Koalitionsvertrag einen Entenpfuhl-Schutz enthalte, heißt es laut einer Mitteilung. Auf dem Gelände plant die Firma Krieger Kiesabbau.
In seinem Appell warnt Born davor und nennt die Planungen im Entenpfuhl einen schwerwiegenden Eingriff in Wald, Klima, Trinkwasserschutz und Lebensqualität in der Region. „Wenn ein großes zusammenhängendes Waldgebiet für jahrzehntelangen Rohstoffabbau geopfert werden soll, ist das nicht nur ein lokaler Nutzungskonflikt, sondern eine grundsätzliche politische Entscheidung darüber, welchen Wert Natur, Wasser und Klima in Baden-Württemberg noch haben“, erklärt der Schwetzinger Politiker.
Hinweis auf Sondierungspapier von Grünen und CDU
Als Grundlage seiner Forderung nennt er konkret das Sondierungspapier von Grünen und CDU. Darin heiße es unter Punkt 23 ausdrücklich, dass der Wald als natürliche CO₂-Senke gestärkt und ausgebaut werden solle. „Genau daran müssen sich die Verhandler messen lassen und können beim Entenpfuhl ein starkes Zeichen der Glaubwürdigkeit setzen“, so Born. „Wer Wälder stärken will, darf im Entenpfuhl keine Abholzung zulassen.“
Born stellt klar: „Der Entenpfuhl ist landeseigener Wald. Die betroffenen Gemeinden können lediglich Stellungnahmen im Antragsverfahren der Firma Krieger abgeben, die Initiativen nur protestieren und informieren – was sie auch tun.“ Aber das Land könne mit einer Kündigung des Pachtvertrags sofort dem Spuk ein Ende bereiten und den Wald retten. „Und genau das muss im Koalitionsvertrag stehen“, fordert Born.
Sorge vor unwiederbringlichem Verlust des sensiblen Waldgebiets
Beim Entenpfuhl gehe es um ein sensibles Waldgebiet in einem wasserwirtschaftlich bedeutenden Raum. Der Wald erfülle wichtige Funktionen für das regionale Klima, den Wasserhaushalt, den Artenschutz und die Lebensqualität vor Ort. Wälder speicherten Kohlenstoff, kühlten ihre Umgebung, hielten Wasser in der Landschaft und wirkten als natürliche Schutzräume gegen Hitze, Staub und Lärm. Was dort zerstört werde, lasse sich nicht mehr ersetzen.
Born hat die Forderung zum Erhalt des Entenpfuhl-Waldes von Anfang an unterstützt und stets die Verantwortung des Landes betont. „Wenn beim Entenpfuhl wirtschaftliche Interessen höher gewichtet werden als Wald-, Klima- und Trinkwasserschutz, dann bleibt vom Versprechen des Sondierungspapiers nicht viel übrig“, meint er. „Man kann nicht morgens Wälder als CO₂-Senken loben und abends ihre Zerstörung dulden.“ dir/zg
Artikel aus der Schwetzinger Zeitung vom 16.04.2026