Gemeinderat gegen Kiesabbau

Entenpfuhl: Gremium gibt eindeutiges Stimmungsbild ab.

„Wichtig ist, dass man seine Bedenken äußert“ – Fachbereichsleiter Christian Engel hatte schon eine Stellungnahme zum Thema Kiesabbau im Entenpfuhl in Arbeit, als FDP/LfH-Stadtrat Christian Kramberg es in der Gemeinderatssitzung unter Punkt Verschiedenes ansprach. Ein Stimmungsbild zeigte: Wie die Kollegen in Schwetzingen und Ketsch lehnt das Hockenheimer Gremium das Vorhaben klar ab.

„Auch wenn wir in Hockenheim nur indirekt betroffen sind durch viele Lkw und eventuell absinkendes Grundwasser, sollten wir uns deutlich positionieren“, fand Kramberg. Engel sagte, bei allem Verständnis für den Bedarf an Rohstoffen habe Hockenheim wie die Nachbarkommunen Bedenken wegen des Wasserschutzgebiets Schwetzinger Hardt.

Nachträgliche Auflagen könnten Talhaus-Betriebe beeinträchtigen

Der Kiesabbau könne aber auch Einfluss haben auf die Strömungsverhältnisse im Grundwasser, erklärte Christian Engel. Sollten sich diese verändern und deshalb der Geltungsbereich des Wasserschutzgebiets aufs Gewerbegebiet Talhaus erweitert werden müssen, könne das dortige Gewerbe beeinträchtigt werden – etwa durch nachträgliche Auflagen.

Ein weiterer Aspekt sei die Zufahrt zur Landesstraße 722 zwischen der Talhauskreuzung und der Anschlussstelle Bundesstraße 39. Die sei der Stadt Hockenheim von der parallel verlaufenden 1. Industriestraße abgelehnt worden mit der Begründung, die Streckencharakteristik werde gestört, sagte Engel. Dabei hätte ein solcher Anschluss eine deutliche Verminderung des Verkehrs an der Talhauskreuzung und der Straßenbelastung zur Folge.

Ein Kieswerk bräuchte eine Zufahrt zur L 722, was laut Engel bereits in Abstimmung sei. „Wenn dieser Kiesabbau wirklich kommen sollte, bestehen wir auch darauf, dass wir im Gegenzug eine Zufahrt auf die L 722 von der 1. Industriestraße bekommen, weil es nicht sein kann, dass mit zwei anderen Maß gemessen wird“, stellte Engel fest.

In dem Zusammenhang sprach er das Thema Waldausgleich an. Durch das Kieswerk wären 40 bis 45 Hektar Wald betroffen. Für den Ausgleich werde nicht, wie früher von Hockenheim der Faktor eins zu eins gefordert oder eins zu 1,3 wie beim Hockenheimring, sondern weniger. Einen formalen Beschluss konnte der Gemeinderat nicht fassen, da das Thema nicht auf der Tagesordnung gestanden hatte, doch das von Bürgermeister Matthias Beck abgerufene Stimmungsbild war eindeutig.

Bericht aus der Schwetzinger Zeitung vom 05.05.2026

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