Kämpferischer Blick ins neue Jahr

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BI Entenpfuhl:Mitglieder wollen Antragsunterlagen einsehen und sind beim Thema Windkraft skeptisch – adventliches Treffen wird zum Erfolg.

Weihnachtslieder, Glühweinduft und bunte Gummienten mit Tannenzweigschmuck: Am Samstagnachmittag hatte die Bürgerinitiative (BI) „Rettet den Entenpfuhl“ zu einem adventlichen Treffen am südlichen Waldrand von Ketsch eingeladen. Neben dem gemütlichen Beisammensein und dem lockeren Austausch über die Aktionen der vergangenen Monate ging es um das ernste Thema, das die Mitglieder und Freunde der Gruppe seit Jahren antreibt.

Denn weiterhin laufen die Planungen für einen großflächigen Kiesabbau in dem Waldgebiet, das zwischen B 39 und Hockenheim-Talhaus zwar auf Schwetzinger Gemarkung liegt, aber dessen Umnutzung die Enderlegemeinde in besonderem Maße betreffen würde.

Nach mehreren öffentlichen Infoveranstaltungen und dem Aufhängen von Nistkästen für geschützte Fledermäuse in diesem Jahr blickt die BI voller Tatendrang in die Zukunft. „Wir werden zusammen mit dem Ketscher Umweltstammtisch im Januar versuchen, beim Wasserrechtsamt des Kreises Einsicht in Antragsunterlagen der Firma Krieger zu erhalten. Deren Bearbeitung dauert wohl noch eine ganze Weile, aber wir wollen nicht vor vollendete Tatsachen gestellt werden“, erklärte BI-Sprecher Heinz Eppel.

Enorme Dimensionen

Schließlich erreiche das Projekt enorme Dimensionen. „Der Abbau soll auf einer Fläche von rund 42 Hektar erfolgen. Unser nicht gerade kleiner Ketscher Anglersee umfasst knapp zwölf Hektar – hier ist also ein fast viermal so großer Baggersee geplant, für den der Wald weichen muss“, betonte Eppel. Dabei diene das Gebiet im Sommer als eine natürliche Klimaanlage für die Umgebung.

Der Hardtwald, zu dem der Entenpfuhl gehört, werde zudem an vielen Stellen angegriffen: Bei den aktuellen Plänen für die Bahntrasse Mannheim-Karlsruhe, bei der Problematik rund um Sport- und Parkplätze in Sandhausen oder bei der Diskussion um Lkw-Parkplätze bei Hockenheim.

„Gleichzeitig hat Deutschland jüngst auf der Weltklimaschutzkonferenz eine Milliarde Euro für den Erhalt von Wäldern auf der ganzen Welt zugesagt. Das ist zwar für sich betrachtet sehr sinnvoll, passt aber nicht damit zusammen, bei uns zu Hause großflächig Bäume zu fällen“, so Eppel.

Ein weiterer Kritikpunkt sei weiterhin die Sorge um das Trinkwasser. Hier könne am Ende zwar vielleicht durch Filter und andere Maßnahmen einer Verunreinigung entgegengewirkt werden, doch das habe seinen Preis – den am Ende die Bürger über steigende Gebühren bezahlen müssten.

Gefahr für die Trinkwasserqualität

„Bislang haben wir im benachbarten Wasserwerk Schwetzinger-Hardt eine herausragende Trinkwasserqualität, mit der nicht nur Schwetzingen und Ketsch, sondern auch die Großstädte Mannheim und Heidelberg sowie über Umwege Brühl und Eppelheim versorgt werden. Das zu gefährden, ist doch Irrsinn“, argumentierte Werner Zieger, der neben seinem BI-Engagement auch parteiloser Schwetzinger Gemeinderat ist.

Vonseiten der Politik erhofft sich die BI eine größere Unterstützung, „zumal doch die Landtagswahl vor der Tür steht“, wie ein Teilnehmer spöttisch anmerkte. Zum Treffen im Entenpfuhl hatten die Ehrenamtlichen deshalb die drei regionalen Abgeordneten eingeladen.

„Während Andre Baumann sich wegen des parallelen Parteitags der Grünen hat entschuldigen lassen, haben uns Daniel Born und Andreas Sturm (CDU) trotz Zusage leider versetzt“, sagte Heinz Eppel. „Allerdings haben sich beide im Nachgang dafür entschuldigt und Andreas Sturm hat uns als Ersatz seine nächste Sprechstunde angeboten, was wir gerne annehmen.“

Die lokale Politik war hingegen durch Vertreter der Ketscher CDU sowie Bürgermeister Timo Wangler vertreten, der den engen Austausch mit Schwetzingens Oberbürgermeister Matthias Steffan betonte. „Wir werden als Träger öffentlicher Belange im weiteren Prozess angehört und dabei vor allem auf den Lärm- und Trinkwasserschutz hinweisen. Gleichzeitig vertrauen wir auf das umfangreiche rechtsstaatliche Verfahren, das vom Kreis durchgeführt wird und das sich mit zahlreichen Punkten sehr intensiv beschäftigt“, sagte Wangler.

Denkbar sei aber, dass die BI zusammen mit den betroffenen Kommunen im nächsten Jahr eine öffentliche Infoveranstaltung organisiere. Das Thema Windkraftanlagen, das der Grünen-Landtagsabgeordnete Andre Baumann zuletzt wieder aufgeworfen hatte, nahm indes keinen allzu großen Raum beim BI-Treffen ein. Grundsätzlich sei man dieser Technologie gegenüber offen, doch sei der Standort im Entenpfuhl wohl eher „Wunschdenken“, so der BI-Vorstand. „Wegen der mäßigen Windstärke in der Rheinebene wäre hier eine Nabenhöhe von rund 150 Metern notwendig“, argumentierte Werner Zieger.

Damit sei der Bereich gemeint, an dem sich der Maschinenraum samt Generator befindet und sich die Rotorblätter drehen. Für die Gesamthöhe müsse noch einmal die Hälfte des Rotordurchmessers hinzugerechnet werden, der nach aktuellem Stand der Technik rund 150 bis 200 Meter betragen könne.

„Die Dinger müssten also riesig werden“, so Zieger. „Und was wir auf keinen Fall akzeptieren könnten, wäre die Aufstellung von Windrädern zusammen mit dem Kiesabbau. Ohnehin wollen wir im neuen Jahr noch lauter werden, um den Entenpfuhl vor solchen Bedrohungen zu retten.“

Bericht aus der Schwetzinger Zeitung vom 17.12.2025 von von Benjamin Jungbluth

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NABU: Bürgerinitiative„Rettet den Entenpfuhl“ zu Gast

Die Bürgerinitiative (BI) „Rettet den Entenpfuhl“ war zu Gast bei der jüngsten Versammlung des Nabu Schwetzingen und Umgebung, zu dem auch Ketsch gehört. Frank Nürnberg gab zu Beginn einen Rückblick auf die vergangenen elf Jahre – von der Ausweisung des Entenpfuhls als Vorranggebiet für den Rohstoffabbau im einheitlichen Regionalplan bis zu den aktuellen Entwicklungen.

Die BI, vertreten durch ihre Vorstände Heinz Eppel und Manuela Stübe, erläuterte dabei ihre wesentlichen Bedenken. Nach ihren Angaben sollen im Süden von Ketsch 42 Hektar Wald für Kiesabbau und ein geplantes Betonwerk weichen. Der Entenpfuhl wurde auf Betreiben des Zweckverbands Wasserversorgung Kurpfalz im März 2022 als Wasserschutzzone IIIA ausgewiesen.

Das dort geförderte Wasser ist von großer Bedeutung: Rund zwei Drittel der etwa acht Millionen Kubikmeter Jahresfördermenge gehen an Heidelberg und Mannheim, weitere vier Millionen Kubikmeter an Schwetzingen sowie die umliegenden Gemeinden Ketsch, Plankstadt und Oftersheim.

Angesichts der fortschreitenden Klimaveränderungen, so betonte die BI, müsse der Schutz des Trinkwassers höchste Priorität haben. Durch die geplante Schaffung eines 35 Hektar großen Baggersees entfielen sowohl die Filterfunktion des Waldbodens als auch der natürliche Schutz vor Schadstoffen. „Waldschutz ist Klima- und Trinkwasserschutz“, fasste Eppel die Haltung der Initiative zusammen – eine Einschätzung, der sich auch die Nabu-Mitglieder anschlossen.

Darüber hinaus sei der Entenpfuhl ein wichtiger Erholungsraum für die Bevölkerung. Wie Eppel berichtete, biete der schattige Wald bei sommerlichen Temperaturen von 40 Grad in der Umgebung einen deutlichen Temperaturunterschied – im Entenpfuhl sei es oft bis zu 20 Grad kühler als auf versiegelten Flächen im Ortskern.

Beim Thema Windenergie gingen die Meinungen auseinander. Laut einem Windatlas sind Flächen im und am Entenpfuhl als potenzielle Standorte ausgewiesen, eine konkrete Planung existiere jedoch noch nicht. Die Bürgerinitiative wolle sich daher derzeit nicht festlegen. Der Nabu Schwetzingen und Umgebung befürwortete hingegen die mögliche Installation von drei bis fünf Windrädern als klimaneutrale Energiequelle. Die dafür notwendigen Eingriffe könnten zugleich zur ökologischen Aufwertung der Kiefernstangenwälder beitragen und Flora wie Fauna langfristig stärken. 

Bericht aus der Schwetzinger Zeitung vom 13.10.2025 erstellt von Frank Nürnberg, Nabu Schwetzingen

BI wünscht sich mehr Unterstützung

An der Ketscher Hundewiese macht der Zweckverband Wasserversorgung Kurpfalz mit einem Schild auf das Trinkwassereinzugsgebiet aufmerksam, das hier Richtung Entenpfuhl verläuft – was die BI-Vorstandsmitglieder Ulrike Eppel (v. l.), Werner Zieger, Heinz Eppel und Manuela Stübe in ihrer kritischen Haltung bestärkt. Bild: Jungbluth

Umweltschutz:Der geplante Kiesabbau im Entenpfuhl sorgt weiter für Protest, obwohl es um Schwetzinger Gebiet geht.

Auch wenn er schon seit einigen Jahren viele Menschen rund um Ketsch und Schwetzingen bewegt und seine Umsetzung noch einmal einige Jahre auf sich warten lassen würde: Der geplante Kiesabbau samt Tarnsportbetonwerk im Entenpfuhl bleibt ein aktuelles Thema. Nachdem die Firma Krieger Anfang August die finalen Antragsunterlagen für ihr auf 42 Hektar angelegtes Projekt beim Rhein-Neckar-Kreis eingereicht hat, wurde jüngst das Thema Windkrafträder durch den Grünen-Landtagsabgeordneten Dr. Andre Baumann wieder ins Gespräch gebracht. Genug Anlass also, dass sich nun auch die Bürgerinitiative (BI) Entenpfuhl zu Wort meldet – schließlich läuft bei ihr der Widerstand gegen die Abbaupläne aus der ganzen Region zusammen.

„Wir hatten vor Kurzem eine weitere Begehung im Wald, zu der rund 25 Interessierte gekommen sind. Darunter waren viele neue Gesichter, das Thema treibt die Menschen also trotz der langen Zeitspanne weiter um“, betont BI-Sprecher Heinz Eppel im Gespräch mit unserer Zeitung. Dabei sei das Informationsbedürfnis sehr hoch, denn vielen Mitbürgern seien die Details und möglichen Folgen des Kieswerks gar nicht bewusst.

„Das geht schon beim Trinkwasser los, das direkt auf der anderen Seite der Autobahn für Zehntausende Haushalte gewonnen wird und das bislang eine außergewöhnlich gute Qualität aufweist. Diese sehen wir durch den Abbau nachhaltig gefährdet, was Auswirkungen auf die gesamte Region hätte“, erklärt Eppel.

Rund elf Millionen Kubikmeter Trinkwasser jährlich

Denn von den im Wasserwerk Schwetzinger Hardt geförderten jährlich rund elf Millionen Kubikmetern Trinkwasser gehen allein sieben bis acht an die Großstädte Mannheim und Heidelberg. Der Rest versorgt Schwetzingen und Ketsch, die beide ebenfalls zum verantwortlichen Zweckverband Wasserversorgung Kurpfalz gehören. Indirekt werden aber auch Brühl über das Mannheimer und Eppelheim über das Heidelberger Netz mitversorgt.

„Deshalb sind wir auch etwas enttäuscht, dass aus diesen Städten und Gemeinden nicht mehr Unterstützung für unsere Bemühungen kommt. Bei uns machen weiterhin hauptsächlich Ketscher mit, während es ansonsten zwar oft Zustimmung, aber am Ende doch wenig Mithilfe gibt“, wird Manuela Stübe vom BI-Vorstand deutlich. Genau genommen seien ja die Schwetzinger sogar noch viel stärker in der Pflicht – schließlich liegt der Entenpfuhl zwar in Sichtweite der Enderlegemeinde, er gehört aber rechtlich zur Gemarkung der Spargelstadt.

Immerhin ist mit Werner Zieger ein parteiloser Schwetzinger Gemeinderat im Vorstand der BI aktiv. Für ihn ist die befürchtete Gefährdung der regionalen Wasserversorgung ganz grundsätzlich unverständlich. „Niemand kann garantieren, dass es durch den Kiesabbau und den dabei entstehenden rund 30 Meter tiefen Baggersee in Zukunft nicht zu Problemen kommt. Die Verantwortlichen sagen nur, dass sie im Notfall halt Filter einbauen müssten. Aber das ist doch keine Lösung, zumal die Kosten dabei die Allgemeinheit tragen würde: Bislang haben wir hier exzellentes Wasser in einer Qualität, um das uns viele andere Regionen beneiden. Deshalb ist der Entenpfuhl auch ein extra ausgewiesenes Schutzgebiet. Und das wollen wir einfach so leichtsinnig aufgeben?“, ist Zieger sichtlich fassungslos.

Für die BI sind zwar die Bemühungen der Industrie um regionale Abbaugebiete durchaus nachvollziehbar, sowohl wegen der ökologisch sinnvollen kürzeren Transportwege als auch zur Sicherung von Arbeitsplätzen. Doch das Gebiet Entenpfuhl sehen die Mitglieder dennoch als ungeeignet an. „Der Wald hat eine stark kühlende Funktion in heißen Sommern und schirmt den Süden von Ketsch Richtung Autobahn, Bundesstraße und Schnellbahntrasse ab. Wenn er fehlt, wird es in jedem Fall mehr Lärm geben, vom Abbau selbst ganz zu schweigen“, argumentiert Ulrike Eppel, die wie ihr Mann im Vorstand aktiv ist.

Zudem gebe es laut dem amtlichen einheitlichen Regionalplan Rhein-Neckar in der größeren Region durchaus noch weitere potenzielle Abbaugebiete. „Es gibt also Alternativen zum Entenpfuhl, auch wenn das die Befürworter immer wieder bestreiten“, argumentiert Eppel. Natürlich seien inzwischen schon hohe Summen in die Planungen investiert worden, zudem sei die Verkehrsanbindung im Süden von Ketsch sehr gut. „Aber das allein kann doch nicht die Nachteile aufwiegen, unter denen am Ende nicht in erster Linie wir selbst, sondern unsere Kinder und Enkelkinder leiden werden“, sagt Ulrike Eppel. Beim Thema Windkraftanlagen ist die BI indes ebenfalls zurückhaltend. Einerseits bestünde dabei zwar keine Gefahr für das Grundwasser und auch die sonstigen befürchteten Auswirkungen wie Lärm und Dreck könnten entfallen. Andererseits dürfe aber der Wald nicht zu stark betroffen sein.

„Drei bis fünf Windräder am Rand oder entlang der Felder könnten eine Möglichkeit sein, aber mitten im Entenpfuhl wären die Auswirkungen auf die Umwelt einfach zu groß. Und am allerwichtigsten: Die Anlagen machen überhaupt nur dann Sinn, wenn dadurch der Kiesabbau auch tatsächlich komplett verhindert werden kann. Wenn stattdessen am Ende beides kommen soll, würden wir das unter keinen Umständen zulassen“, wird BI-Sprecher Heinz Eppel deutlich.

Kommunalpolitik in der Pflicht

Grundsätzlich freue sich die BI aber darüber, dass es vonseiten der Landespolitik zumindest Reaktionen auf ihren Protest gebe. „In der Vergangenheit war es leider oft so, dass vor Wahlen viel öffentlichkeitswirksamer Zuspruch von allen Parteien und Abgeordneten kam, es danach aber sehr still wurde. Das gilt übrigens auch für die Kommunalpolitik: Die Gemeinderäte von Ketsch und Schwetzingen, aber auch aus den das Trinkwasser nutzenden anderen Städten und Gemeinden sind da leider sehr zurückhaltend“, sind sich die Vorstandmitglieder einig.

Manchmal dränge sich gar der Eindruck auf, dass es aus dem Kreis oder aus Stuttgart entsprechenden sanften Druck gebe. „Wir hatten zum Beispiel vor einiger Zeit geplant, mit eigenen und bereits eingesammelten Spendengeldern im Bereich des Entenpfuhls eine ,Allee der Hoffnung‘ zu pflanzen: Dutzende klimawandelresistente Stieleichen, die das Gebiet aus Naturschutzsicht deutlich aufwerten würden. Vonseiten der Forstexperten gab es da zunächst auch viel Zustimmung, weil es ja gut für die Umwelt wäre. Aber dann hat Forst BW die Aktion plötzlich abgelehnt, weil sie zu politisch sei“, erzählen die Vorstandsmitglieder kopfschüttelnd.

Von solchen Rückschlägen wollen sich die engagierten Bürger aus Ketsch und Umgebung aber nicht aufhalten lassen. Mit weiteren Begehungen und Treffen mit Interessierten sowie einer engeren Vernetzung mit anderen Bürger- und Naturschutzgruppen will die BI Entenpfuhl das Thema in den kommenden Monaten im öffentlichen Bewusstsein halten. „Wir sind schon sehr lange am Ball, aber unser Protest ist jetzt wichtiger denn je“, betont Heinz Eppel durchaus kämpferisch.

Bericht aus der Schwetzinger Zeitung von Benjamin Jungbluth, vom 17.09.2025

Informationsveranstaltung am 06. September 2025

Die BI „Rettet den Entenpfuhl“ und der Umweltstammtisch Ketsch e. V. veranstalten am 06.09.2025 um 14 Uhr eine Informationsveranstaltung im Entenpfuhl. 

Treffpunkt ist um 14 Uhr an dem Parkplatz der Hundewiese (Heuweg) in Ketsch.

Nach dem letzten Zeitungbericht in der Schwetzinger Zeitung über den geplanten Kiesabbau und das Betonwerk möchten wir uns mit Euch austauschen.

Wir würden uns über eine rege Teilnahme freuen und wünschen Euch bis dahin eine gute Zeit.

Fledermauskästen im Entenpfuhl angebracht

Mitglieder vom Umweltstammtisch Ketsch e. V. und der BI „Rettet den Entenpfuhl“ trafen
sich kürzlich mit dem Naturschützer Wolfgang Reinhardt aus Altlußheim, um gemeinsam
Fledermauskästen im Entenpfuhl anzubringen. Von den 24 heimischen Fledermausarten
stehen alle unter Natur- bzw. Artenschutz und sind dringend auf geeignete Lebensräume
und Rückzugsorte angewiesen. Der Entenpfuhl ist nicht nur ein wertvolles Stück Natur,
sondern auch ein wichtiger Lebensraum für zahlreiche Tierarten, darunter auch die
schützenswerten Fledermäuse. Durch das Anbringen der Fledermauskästen wurden nun
sichere Rückzugsorte für diese Tiere geschaffen und gleichzeitig ein aktiver und wichtiger
Beitrag zum Erhalt der Artenvielfalt geleistet. Klima-, Natur- und Trinkwasserschutz liegen sowohl Umweltstammtisch wie auch Bürgerinitiative sehr am Herzen. Nach den bereits vergangenen Aktionen wie z. B. der Glühweintreff im Februar im Entenpfuhl und die Infoveranstaltung im März im Ferdinand-Schmid-Haus in Ketsch, war es nun wieder an der Zeit, mit einer kleinen Aktion daran zu erinnern, wie wichtig der Erhalt des Baumbestandes im Gewann Entenpfuhl ist. Es ist gemeinsames Ziel von Umweltstammtisch und Bürgerinitiative, die natürliche Schönheit und die ökologische Bedeutung des Entenpfuhls für zukünftige Generationen zu bewahren. Weitere Informationen zum Verein finden sich auch unter http://www.umweltstammtischketsch.de.

Bericht Umweltstammtisch Ketsch e. V. (Matthias Ihrig, 1. Vorsitzender)

„Das Klima schützen ist auch hier eine Aufgabe“

Der Sprecher der Bürgerinitiative Entenpfuhl Heinz Eppel informiert auf der gut besuchten Veranstaltung ausführlich über den aktuellen Stand des Vorhabens, auf der Ketscher Gemarkung in größerem Stil Kies abzubauen. Bild: Gans, Schwetzinger Zeitung

Ferdinand-Schmid-Haus:Bürgerinitiative Entenpfuhl kämpft weiter gegen den geplanten Kiesabbau.

Es stimmt, das Damoklesschwert namens Kiesabbau im Entenpfuhl hängt schon einige Jahre über den Menschen in der Region. Und nicht wenige Gegner dieses Vorhabens befürchten, dass das Thema aus dem Blick gerät, das Bürgerengagement nachlasse und das Unternehmen „Krieger“ am Ende zum Zuge komme.

Mit der Folge, dass die 42 Hektar Wald tatsächlich gerodet werden, der Kies abgebaut wird und am Ende ein mehr als 30 Meter tiefes Loch bleibt, das dann zum See wird. Die Folgen für die Natur und den Menschen, davon sind die Mitglieder der Bürgerinitiative Entenpfuhl um die beiden BI-Vorsitzenden Heinz Eppel und Werner Zieger überzeugt, wären verheerend.

„Und genau deshalb war ihnen die Informationsveranstaltung im Ferdinand-Schmid-Haus auch so wichtig. Denn auch wenn am Ende die Mühlen der Bürokratie den Prozess entscheiden, sei nie ausgeschlossen, dass bürgerliches Engagement einen Unterschied mache. Und der Unterschied hier würde bedeuten, dass der Wald erhalten bliebe.

Für die BI-Mitglieder und den Vorsitzenden des Umweltstammtisches, Matthias Ihrig, wäre es der Beleg dafür, dass Klima- und Naturschutz nicht nur in Sonntagsreden hochgehalten würde, sondern ganz real hier vor Ort ernst genommen werde.

Nachdem Ihrig die rund 40 Gäste begrüßte, beschrieb der Vorsitzende kurz die Historie des Kiesabbauvorhabens und der 2019 gegründeten BI Entenpfuhl. Fünf Jahre zuvor, im Jahr 2014, wurde das 42 Hektar große Areal Entenpfuhl als Rohstoffabbaugebiet freigegeben. Bedeutet, wenn die Firma Krieger sämtliche Unterlagen abgegeben habe und die Behörden ihr okay geben, wäre der Wald Geschichte.

Dabei würde hier nicht nur der Kies abgebaut, sondern auch eine riesige Zementfabrik entstehen. Als Pluspunkt im Kampf um den Erhalt des Entenpfuhls verzeichnete Eppel den Entscheid der Behörden im März 2022, das ganze Gebiet nicht mehr nur als vorläufiges Wasserschutzgebiet, sondern nun als Wasserschutzgebiet auf Dauer gilt.

Mit Kretschmann diskutiert

Auch auf die Aktionsbilanz der BI schaut der Vorsitzende durchaus zufrieden. Unterschriften gesammelt, eine Petition eingereicht und auch mit dem Ministerpräsidenten Winfried Kretschmann diskutiert. Vor allem letzteres ohne wirklichen Effekt. Dass ein Grünen-Politiker sich gegenüber dem Schicksal eines kleinen Waldstückes so unberührt zeigte, enttäuschte Eppel nachhaltig.

Ganz allgemein empfindet er die politische Resonanz aus Stuttgart als eher mangelhaft. Und dass bei Risiken für Natur und Mensch, die durchaus erheblich seien.

Und Eppel denkt nicht nur an die lokalen Dinge, wie zunehmende Lärm- und Staubbelastung, sowie den Verlust der für das Mikroklima so wichtige Kühlfunktion des Waldes. Die Wasserfläche des Sees wird bei steigenden Temperaturen zu einer Art Verstärker für Starkregenereignisse und damit das regionale Schadensvolumen sicher erhöhen.

Und dann sei da noch der Grundwasserschutz, das wohl stärkste Argument. Ein paar Hundert Meter vom Entenpfuhl entfernt wird Trinkwasser für viele Zehntausende Menschen gefördert. Der Kiesabbau und der anschließende See werden sich laut diverser Studien nachteilig auf die Wasserqualität auswirken. Was dann wiederum mehr Reinigungsanstrengungen bedeutet und Wasser für die Menschen teurer macht.

Aber Eppel geht es um mehr: Für ihn ist es sehr nah an der Scheinheiligkeit, von Ländern in Südamerika zu fordern, ihren Wald zu schützen und damit auf wirtschaftliches Potenzial zu verzichten. Und gleichzeitig hier Wald zu roden und das Areal zu kommerzialisieren. Wasser zu predigen und selber Wein zu trinken, sei kein Handeln, das Vertrauen stiftet.

„Wer das Klima schützen will, muss das auch hier tun.“ Und für die BI heißt das, alles zu tun, damit dieses Waldstück erhalten bleibt. Und dem Argument, dass diese 42 Hektar Wald nicht so wertvoll seien, also nicht wirklich erhaltenswert, können Epple und sein BI-Team nicht folgen. Ja, so Eppel, es gebe Schwachstellen in Form von absterbenden Kiefern im Wald. Aber die seien alle menschengemacht.

Und derzeit sei die Natur gerade dabei, sich zu erholen. Und dann haben hier im Saal fast alle Probleme mit der Formulierung, ein nicht so wertvoller Wald. Was soll das überhaupt sein, so der Tenor. Hier im Saal des Ferdinand-Schmid-Hauses ließ niemand Zweifel daran aufkommen, dass der Wald den Kampf wert sei.

Dilemma ist bewusst

Dabei ist sich Eppel des Dilemmas bewusst. Der Bedarf nach Wohnraum ist groß. Um dem gerecht werden und auch die Mieten im Zaum halten zu können, muss gebaut werden. Und dafür braucht es Baustoffe, wovon der Kies im Entenpfuhl eine Grundlage ist. Am Ende könnte man sagen, dass dies der Grund dafür ist, dass der Entenpfuhl gerodet und ausgebeutet werden soll.

Doch bei alldem sollte so naturverträglich vorgegangen werden, wie nur möglich. Einen Wald zu roden, so Zieger, gehört da nicht dazu. Auch hier in der Region seien Lagerstätten, die deutlich naturverträglicher auszubeuten seien. Und dann gebe es auch noch das Thema Recyclingbeton.

Hier, so Zieger, müsse vor allem das Land aktiv werden und mit der Bauordnung steuernd eingreifen. Es könne nicht sein, dass die Bauordnung dem Einsatz von mehr Recyclingbeton im Wege steht.

Und, das gehöre hier dazu, die Frage, ob eher kleine Wohnung oder eher großes Haus, ist eine Art Elefant im Raum, über den bis dato kaum jemand spricht. Sicher ist, dass das Rohstoff- und CO2-Einsparpotenzial zwischen den beiden riesig ist.

Ganz wichtig sei es auch, so einige Besucher, die lokalen Politiker stärker zu vereinen. Am besten zögen die Bürgermeister und Gemeinderäte der umliegenden Gemeinden alle an einem Strang.

Dann gäbe es auch in Stuttgart und im Landratsamt mehr Druck und die Chancen für den Erhalt des Entenpfuhl-Waldes stiegen. Der Kampf ist noch lange nicht entschieden. Und, das betonten hier alle, „wir bleiben dran“.

Bericht aus der Schwetzinger Zeitung von Stefan Kern vom 25.03.2025

Umweltstammtisch unterstützt BI

Bilder: Jungbluth

Das Wasserwerk Schwetzinger Hardt hat dieses Schild aufgestellt, um auf die Bedeutung des Gebiets für die Trinkwassergewinnung hinzuweisen.

Das Wasserwerk Schwetzinger Hardt hat dieses Schild aufgestellt, um auf die Bedeutung des Gebiets für die Trinkwassergewinnung hinzuweisen.

Unterstützung für die BI vom Umweltstammtisch Ketsch: Gründungsmitglied Marion Zieger (v. l.) mit den vier neuen tatkräftigen Mitgliedern Manuela Stübe, Ulrike Eppel, Iris Schlampp und Doris Müller.

Unterstützung für die BI vom Umweltstammtisch Ketsch: Gründungsmitglied Marion Zieger (v. l.) mit den vier neuen tatkräftigen Mitgliedern Manuela Stübe, Ulrike Eppel, Iris Schlampp und Doris Müller.

Naturschutz: Beim Protest am Entenpfuhl sind die vier neuen Mitstreiterinnen bereits eng eingebunden. Sorge um Wasser und Wald treibt sie an.

Es wirkte fast wie eine kleine Prozession, die sich am Sonntagnachmittag bei eisiger Kälte, aber strahlendem Sonnenschein dem Gewann Entenpfuhl im Südosten der Enderlegemeinde näherte. Rund 50 Menschen wanderten in kleinen Grüppchen zum Rand des Waldgebiets, das von der B 39 und der Landstraße zum Talhaus sowie den Feldern am Ketscher Gewerbegebiet Süd eingegrenzt wird, um gegen den dort geplanten Kiesabbau zu demonstrieren.

Dazu aufgerufen hatte die Bürgerinitiative (BI) „Rettet den Entenpfuhl“, dessen Sprecher Heinz Eppel die Teilnehmer am Parkplatz des Hundeauslaufplatzes im Heuweg erwartete, um ihnen dann den Weg zum Versammlungsort zu weisen. Just an diesem Parkplatz hat vor einiger Zeit das Wasserwerk Schwetzinger Hardt ein großes Schild aufstellen lassen, auf dem dazu aufgerufen wird, die „Natur zu schonen und unser Trinkwasser zu schützen“ – ein Anliegen, das die BI öffentlich teilt und das eines ihrer Hauptargumente gegen den geplanten Abbau darstellt.

„Trotz aller Untersuchungen und Beteuerungen der Projektbefürworter sehen wir das Trinkwasser im Schutzgebiet Schwetzinger Hardt akut bedroht. Denn von dem Wasserwerk, das an den Entenpfuhl angrenzt, wird ein Großteil der Region versorgt. Selbst Heidelberg und Mannheim bekommen dieses in seiner Qualität außergewöhnliche Wasser. Deshalb ist aus unserer Sicht das Risiko schlicht zu groß, hier einen Abbau zu genehmigen“, erklärte Heinz Eppel eines der Kernargumente der BI.

Naherholungsgebiet bedroht

Die zweite große Sorge gilt dem Wald, der in großen Teilen für den Kies- und Sandabbau sowie das dazugehörige Transportbetonwerk gefällt werden müsste. „Dabei speichern Wälder CO2 und filtern die Luft, das sollte inzwischen doch wirklich bei jedem angekommen sein“, betonten Iris Schlampp, Manuela Stübe, Doris Müller und Ulrike Eppel. Die vier Damen sind die neue tatkräftige Unterstützung für die BI, nachdem mehrere Mitglieder aus Schwetzingen ihr Engagement zuletzt niedergelegt hatten. Die „vier Neuen“ sind – wie Vorstandssprecher Heinz Eppel – allesamt auch beim Umweltstammtisch Ketsch aktiv, wodurch es jüngst zu der neuen Zusammenarbeit kam.

„Der Entenpfuhl liegt zwar offiziell auf Schwetzinger Gemarkung, aber die unmittelbaren Auswirkungen werden wir hier in Ketsch zu spüren bekommen. Deshalb ist wohl auch das Engagement in der Enderlegemeinde stärker ausgeprägt“, erklärte Doris Müller. Sorgen bereite ihnen neben dem Verlust des Lebensraums für Tiere und Pflanzen auch das drohende Ende eines beliebten Naherholungsraums für Menschen. „Hier kann man im Sommer immer schön in der Kühle spazieren gehen, während es auf den Feldern außenherum viel heißer ist. Da sieht man doch direkt, was der Wald für wichtige Eigenschaften hat“, betonte Manuela Stübe.

Hinzu kommen Befürchtungen um Lärm und Dreck durch die geplanten Arbeiten. „Man hört ja jetzt schon die nahe Autobahn und die Bundesstraße. Ohne Wald wird das sicherlich noch schlimmer“, argumentierte Ulrike Eppel. Das alles habe die vier Damen überzeugt, sich in der BI zu engagieren. „Umweltschutz ist ohnehin schon unser Thema, also passt das doch optimal.“ Mit ihrer Verstärkung hat sich das aktive Kernteam nun wieder verdoppelt. Insgesamt verfügt die BI nach eigenen Angaben über rund 130 eingeschriebene Mitglieder. Da sich der komplexe Planungsprozess für den Kiesabbau allerdings über Jahre hinzieht, spüren die Aktiven einen gewissen Rückgang des öffentlichen Interesses. Dem sollte die Aktion am Waldrand entgegenwirken.

Freude über Interesse

Neben interessierten Bürgern und Mitgliedern kamen auch einzelne Gemeinde- und Kreisräte aus Ketsch und Schwetzingen sowie Oberbürgermeister Matthias Steffan, um die Argumente der BI zu hören und über das Thema zu sprechen. „Das ist ein schönes Zeichen, denn ansonsten war die Unterstützung aus der Politik bislang nicht sonderlich ausdauernd. Egal, von welcher Partei: Am Anfang hieß es immer, dass man unser Anliegen teile oder das Projekt doch ohnehin nicht umgesetzt werde, doch dann hat man nichts mehr gehört“, hieß es vonseiten der vier neuen BI-Mitstreiterinnen.

Während die Mitglieder und Besucher eifrig diskutierten, sorgten die tatkräftigen Damen für etwas „Wärme von innen“: Am eigens aufgestellten Stand gab es Glühwein und alkoholfreie Heißgetränke, außerdem Infomaterial und Spendenboxen für den Kampf gegen den Kiesabbau. Sprecher Heinz Eppel und Werner Zieger, Mitglied der BI und gleichzeitig Schwetzinger Gemeinderat (Wählervereinigung Inklusiv und Sozial für Schwetzingen), erklärten Hintergründe und gaben einen Überblick über die Anliegen der BI, bevor Interessierte bei einem kleinen Rundgang den Entenpfuhl genauer kennenlernen konnten.

Nach dieser Auftaktveranstaltung im neuen Jahr legt die BI am Freitag, 21. März, direkt nach. Um 18 Uhr startet eine Infoveranstaltung im Ferdinand-Schmid-Haus in der
Goethestraße, bei der die Aktivisten ihre Sicht auf das Thema darlegen und um weitere Mitstreiter werben wollen.

Bericht aus der Schwetzinger Zeitung vom 04.02.2025 von Benjamin Jungbluth

BI will für Entenpfuhl mobilisieren

Protest: Während die Planungen für den Kiesabbau im Hintergrund weiterlaufen, stellt sich die Bürgerinitiative neu auf und lädt zu zwei Infoterminen

Es geht noch ruhig zu im Entenpfuhl – die Bagger zum Kiesabbau sind noch etwas entfernt. Mit zwei Terminen wollen die BI-Mitglieder jetzt ihr Anliegen wieder ins Bewusstsein der Bevölkerung rücken.
Am Waldrand hat die BI schon vor Jahren ein Plakat aufgehängt, um auf ihren Protest gegen den geplanten Kiesabbau im Gewann Entenpfuhl aufmerksam zu machen.  Bilder: Benjamin Jungbluth

Es geht noch ruhig zu im Entenpfuhl – die Bagger zum Kiesabbau sind noch etwas entfernt. Mit zwei Terminen wollen die BI-Mitglieder jetzt ihr Anliegen wieder ins Bewusstsein der Bevölkerung rücken.

Von Benjamin Jungbluth

Ketsch. In der winterlichen Abendsonne zeigt sich der Entenpfuhl besonders friedlich. Nur der Verkehrslärm der nahen Bundesstraße sowie der Autobahn ist im Hintergrund zu hören, ansonsten liegt der Wald im Südosten von Ketsch ruhig da. Recht still ist es zuletzt auch um den hier geplanten und viel diskutierten Kiesabbau geworden, doch ein inzwischen schon etwas windschiefes Plakat der Bürgerinitiative (BI) „Rettet den Entenpfuhl“ zeugt davon, dass das Thema im Hintergrund durchaus weiterläuft.

Bekanntlich will die Firma Krieger aus dem südhessischen Neckarsteinach in dem Gewann künftig Kies abbauen und ein Transportbetonwerk errichten. Befürworter sehen in dem Projekt eine wichtige Investition in den regionalen Rohstoffabbau, der seit Jahrzehnten stark schrumpft: Trotz eines immer höheren Bedarfs an Steinen, Kies und Sand für die Bauwirtschaft ist die Zahl der Abbaustätten im Südwesten in den letzten Jahrzehnten massiv gesunken.

Das liegt laut dem Industrieverband „Steine und Erden Baden-Württemberg“ unter anderem an immer schwierigeren Planungs- und Genehmigungsprozessen.

Auch gegen das Projekt bei Ketsch formiert sich bereits seit einigen Jahren Widerstand. Die Gegner fürchten die Rodung des Waldes, mögliche Beeinträchtigungen des Trinkwassers sowie Auswirkungen durch Lärm und Verkehr. Bei der BI hat sich dabei zuletzt einiges im Hintergrund getan.

So haben mehrere Vorstandsmitglieder aus Schwetzingen ihr Engagement beendet, wie der aus Ketsch stammende Sprecher Heinz Eppel bestätigt. „Ein bisschen haben wir schlicht das Problem, dass sich der Entenpfuhl zwar offiziell auf Schwetzinger Gemarkung befindet, aber viel näher an Ketsch liegt. Für die eigentlich zuständigen Menschen aus der Spargelstadt ist das Thema also recht weit weg, während wir in der Enderlegemeinde die meisten Folgen zu spüren bekommen“, erklärt Eppel.

Doch dank seines eigenen Engagements konnte der BI-Sprecher vier neue Vorstandsmitglieder für die Sache gewinnen: Eines aus dem ebenfalls räumlich betroffenen Hockenheim sowie drei über den Ketscher Umweltstammtisch, bei dem Eppel ebenfalls aktiv ist. „Gemeinsam wollen wir wieder Schwung in das Thema bringen und im frisch gestarteten Jahr direkt mit zwei Aktionen loslegen“, verkündet er voller Tatendrang.

So gibt es am Sonntag, 2. Februar, eine öffentliche Begehung des Entenpfuhls. Treffpunkt ist um 14 Uhr am Parkplatz des Hundeauslaufplatzes im Heuweg. Von dort geht es gemeinsam zum Waldrand, wo die BI Glühwein ausschenken und über das Projekt sowie ihren Protest informieren will. „Wenn Interesse besteht, führe ich die Besucher gerne auch etwas durch den Wald, um zu zeigen, was dort alles auf der Kippe steht“, sagt Heinz Eppel.

Präsentation der Ansichten

Am Freitag, 21. März, lädt die BI dann um 18 Uhr zu einer Infoveranstaltung ins Ferdinand-Schmid-Haus in der Goethestraße ein. Dabei wollen die Mitglieder zunächst in einer Präsentation den aktuellen Stand sowie ihre Ansichten zum Kiesabbauprojekt darlegen. Anschließend können Fragen der Besucher diskutiert werden.

Beide Veranstaltungen sollen nicht zuletzt auch der Mitgliedergewinnung dienen. Denn das Interesse der Öffentlichkeit habe zuletzt doch etwas nachgelassen, gesteht Eppel ein. „Der Planungsprozess zieht sich eben ziemlich hin, da geht das Thema im Alltag vieler Menschen natürlich irgendwann unter“, sagt BI-Sprecher Heinz Eppel.

Trinkwasser schützen

„Aber wir bleiben bei unseren Positionen: Der Wald muss erhalten bleiben und das Trinkwasser muss geschützt werden. Dafür stehen wir gemeinsam mit dem Umwelt-stammtisch ein.“

Auch bei der Firma Krieger ist das Thema Entenpfuhl noch aktuell. „Zum jetzigen Zeitpunkt befinden wir uns weiterhin in der Erstellung der überarbeiteten Unterlagen und in der Abstimmung mit der Genehmigungsbehörde“, teilt das Unternehmen auf Nachfrage mit.

Dabei geht es um Anpassungen zum Antrag auf Planfeststellung, den die Firma bereits Ende 2022 beim zuständigen Rhein-Neckar-Kreis eingereicht hatte. Dort wurden jedoch weitere Unterlagen zu dem bereits äußerst umfangreichen Antrag eingefordert. Erst im Anschluss werden dann die Träger öffentlicher Belange – etwa die Forstverwaltung und die Immissionsschutzbehörde des Landratsamtes – gehört, bevor der Kreis letztlich über den Beschluss entscheidet. Danach folgen die öffentliche Auslage und die weitere vorgeschriebene Beteiligung der Bevölkerung.

Aufgrund der komplexen Planungsvorgaben ist es also noch ein weiter Weg, bis im Entenpfuhl einmal tatsächlich die Bagger arbeiten könnten. Die Firma Krieger ist aber zuversichtlich, dass der Kiesabbau am Ende genehmigt wird. „Selbstverständlich wird es angepasste Details geben, die sich auch aufgrund der externen Anforderungen durch die zuständigen Behörden ergeben haben. Im Großen und Ganzen wird sich das Vorhaben aber aus unserer Sicht nicht grundlegend verändern“, teilt das Unternehmen mit.

Bericht aus der Schwetzinger Zeitung vom 24.01.2025 von Benjamin Jungbluth